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CORONA Überbrückungshilfe geht in die Verlängerung

Um gefährdeten Unternehmen im Zeitraum von Juni bis August 2020 zu helfen, wurde eine Überbrückungshilfe eingeführt. Inzwischen wurde eine erweiterte 2. Phase der Überbrückungshilfe beschlossen. Die Antragsfrist für die 1. Phase wurde außerdem bis zum 9.10.2020 verlängert.

Inzwischen werden zwar viele Beschränkungen wieder gelockert, aber bei zahlreichen Unternehmen ist der Geschäftsbetrieb aufgrund der Corona-Krise immer noch ganz oder teilweise eingeschränkt.

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Phase I (für die Monate Juni bis August 2020)

Im Anschluss an das am 31.5.2020 beendete Soforthilfeprogramm hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ein branchenübergreifendes Überbrückungshilfeprogramm für Freiberufler, Soloselbständige und KMU mit einem Volumen bis zu 24,6 Mrd. Euro aufgelegt, das coronabedingten Liquiditätsengpässen durch Fixkostenzuschüsse lindern soll.

Mit dieser Überbrückungshilfe zunächst für die Monate Juni bis August 2020 (Phase 1) ist kleinen und mittelständischen Unternehmen, die unmittelbar oder mittelbar durch Corona-bedingte Auflagen oder Schließungen betroffen waren, zunächst eine Liquiditätshilfe gewährt worden.

Voraussetzung ist, dass im April und Mai 2020 ein Umsatzausfall von mindestens 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Ausnahmen für Gründer und Saisonbetriebe) zu beklagen war, der von einem registrierten Angehörigen der steuerberatenden Berufe testiert wurde und anschließend ein entsprechender online-Antrag gestellt war.

Damit schließt das Programm zeitlich an das Soforthilfeprogramm der Bundesregierung (März bis Mai 2020) an.

BMWi und das Bundesministerium der Finanzen (BMF) berichten per 15.9.2020 von 65.654 gestellten Anträgen mit einem Antragsvolumen von 1 Mrd. Euro und einer Bewilligungssumme von 704 Mio. Euro (Zahlen ohne Baden-Württemberg).

Das bedeutet rund zwei Wochen bevor die verlängerte Antragsfrist am 30.9.2020 abläuft, dass noch mehr als 30-fache an weiteren Fördermitteln ausgezahlt werden müsste, um in die Nähe des maximalen Fördervolumens von 24,6 Mrd. zu kommen.

Das bedeutet rund zwei Wochen bevor die verlängerte Antragsfrist am 30.9.2020 abläuft, dass noch mehr als 30-fache an weiteren Fördermitteln ausgezahlt werden müsste, um in die Nähe des maximalen Fördervolumens von 24,6 Mrd. zu kommen.

In den letzten zwei Wochen des Septembers sind dann aber doch die Antragszahlen sehr stark angestiegen sind und parallel hierzu sind auch die technischen Systeme des BMWQi zum Teil stark beansprucht worden. Damit ein Antragsstau zum Fristende vermieden wird und jeder die Möglichkeit hat, seinen Antrag fristgerecht einzureichen, wurde der 9. Oktober als neuer Schlusstermin festgesetzt.

Die Antragsfrist für die Überbrückungshilfe der Phase 1 ist daher verlängert worden und endet - statt am 30.9.2020 - am 9.10.2020. Die Auszahlungsfrist endet am 30.11.2020. Das BMWi hat hierzu ausführliche FAQ's veröffentlicht.

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Phase II (für die Monate September bis Dezember 2020)

Die 2. Phase der Überbrückungshilfe umfasst die Fördermonate September bis Dezember 2020.

Anträge für die 2. Phase können voraussichtlich ab Mitte Oktober gestellt werden. Dabei werden die Zugangsbedingungen abgesenkt und die Förderung ausgeweitet. Nach den erweiterten Zugangsbedingungen können nun auch Unternehmen einen Antrag stellen, die einen weniger massiven Einbruch erlitten haben.

Laut der Homepage des Bundesfinanzministeriums gelten folgende Änderungen
gegenüber der Phase I:

  1. Flexibilisierung der Eintrittsschwelle: Zur Antragstellung berechtigt sind künftig Antragsteller, die entweder
    • einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 % in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten oder
    • einen Umsatzeinbruch von mindestens 30% im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet haben.
  2. Ersatzlose Streichung der KMU-Deckelungsbeträge von 9.000 Euro bzw. 15.000 Euro.
  3. Erhöhung der Fördersätze. Künftig werden erstattet
    • 90% der Fixkosten bei mehr als 70% Umsatzeinbruch (bisher 80% der Fixkosten),
    • 60% der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50% und 70% (bisher 50% der Fixkosten) und
    • 40% der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 30% (bisher bei mehr als 40% Umsatzeinbruch).
  4. Die Personalkostenpauschale von 10% der förderfähigen Kosten wird auf 20% erhöht.
  5. Bei der Schlussabrechnung sollen künftig Nachzahlungen ebenso möglich sein wie Rückforderungen.

Wie schon das laufende wird auch das neue Programm in einem vollständig digitalisierten Verfahren beantragt und bearbeitet werden können. Die Mittel dafür werden von dem für die Digitalisierung der Verwaltung federführenden Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat bereitgestellt. Die Antragstellung erfolgt auch im neuen Verfahren über einen „prüfenden Dritten“ (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigter Buchprüfer, Rechtsanwalt), der das beantragende Unternehmen meist schon gut kennt. Dank dieser Vorprüfung können die Anträge laut Bundeswirtschaftsministerium zügig beschieden und die Hilfen schnell ausgezahlt werden. Die Antragsbearbeitung und die Auszahlung erfolgen wiederum über die Bewilligungsstellen der Bundesländer; hier in Baden-Württemberg über die L-Bank.

Bleiben Sie gesund!

Ein Beitrag von Rainer Trapp

Liebe Blogleser, schon wieder neigt sich ein Jahr zu Ende und wieder einmal ging es (gefühlt) viel schneller vorbei als all die Jahre vorher.

Steuerrechtlich ergießt an Silvester sich nochmals ein warmer Regen in die Kassen des Finanzministers. In den vergangenen fünf Jahren wurden jeweils ca. 40.000 Tonnen Feuerwerkskörper nach Deutschland importiert; hierauf konnten jeweils nicht unerhebliche Einfuhrabgaben erhoben werden. Die Branche selbst rechnet in diesem Jahr mit ca. 140 Mio. EUR Umsatz. Selbst, wenn man den Aufschlagsatz des Handels nicht einbezieht, ergibt sich eine Umsatzsteuer i.H.v. rund 26 Mio. EUR. Hinzu kommen noch die Ertragsteuern aus dem sicherlich nicht ertragsarmen Geschäft mit den Feuerwerkskörpern.

Allerdings darf man hierbei ja auch nicht vergessen, dass die Kommunen erhebliche Kosten mit den Reinigungskosten haben. Alleine in unserer Hauptstadt werden an Neujahr sicherlich wieder um 02:00 Uhr die Aufräumarbeiten mit 600 Mitarbeitern und 150 Fahrzeugen losgehen, um die Stadt wieder ein ansehnliches Bild zu geben. Aus diesem Grund gab es im Jahre 2011 eine Petition, die eine Sondersteuer i.H.v. 10% auf frei verkaufte Feuerwerkskörper einforderte zur Finanzierung der Beseitigung der Überreste des Silvesterfeuerwerks. Diese wurde aber vom Bundestag nicht positiv aufgenommen.

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Unabhängig von den Niederungen des Steuerrechts ergibt sich in den letzten Tages des Jahres die Zeit, das vergangene Jahr zu reflektieren und zu bewerten. Die großen Themen orientieren sich gerne daran, wovon man in Medien und Öffentlichkeit meint, dass es wichtig war, einfach nur, weil es dort diskutiert und also auch dort stattfand. Insofern kann uns der mediale Rückblick bei Jauch, Lanz und Co. nur am Rande berühren. Denn die meisten Ereignisse, die unser Leben beeinflussen, sind - von Krieg und Naturkatastrophen abgesehen - immer privater Natur. Jemand wird geboren, jemand ist gestorben. Nichts verändert das Bewusstsein eines Menschen so sehr wie das. Hier hoffen wir, dass die Mehrzahl der positiven Ereignisse überwiegen möge und Sie mit Wohlwollen auf das Jahr 2018 zurückblicken.

Wenn man das vergangene Jahr unserer Kanzlei Revue passieren lässt, dann blicken wir auf ein ereignisreiches Jahr 2018 zurück, indem wir unter anderem unseren Büroanbau abgeschlossen haben und mit unseren Mitarbeitern dorthin umgezogen sind. Einige neue Mitarbeiter sind zu unserem Team hinzukommen, leider haben uns auch vereinzelte Mitarbeiter verlassen. Es war ein Jahr, in dem viele Entscheidungen zu treffen waren und in dem wir einmal mehr das Engagement und den Einsatz unserer Mitarbeiter eingefordert haben. Jahre wie dieses verlangen von unseren Mitarbeitern eine besondere Leistungsbereitschaft und besondere Flexibilität. Das waren die entscheidenden Faktoren dafür, dass wir diese Situationen gemeistert haben. Wir können für 2019 trotz personeller Neueinstellungen kein „ruhiges“ Jahr versprechen. Dazu sind wir alle zu sehr Realisten. Aber wenn wir daran denken, dass noch weitere Mitarbeiter unsere Crew ergänzen werden und welchen Teamgeist wir im letzten Jahr erlebt haben, dann gibt uns das Zuversicht und Optimismus für das kommende Jahr.

Unser Dank und unsere Anerkennung an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

Ihnen allen Ihren Familien wünschen wir ein paar erholsame und schöne Tage und für das neue Jahr Glück, Erfolg und Gesundheit! Abschließen möchte ich das Jahr mit einem Zitat von Johann Wilhelm Wilms, (1772-1847) beschließen:

„Man sagt, heute sei Neujahr. Punkt 24 Uhr sei die Grenze zwischen dem alten und dem neuen Jahr. Aber so einfach ist das nicht. Ob ein Jahr neu wird, liegt nicht am Kalender, nicht an der Uhr. Ob ein Jahr neu wird, liegt an uns. Ob wir es neu machen, ob wir neu anfangen zu denken, ob wir neu anfangen zu sprechen, ob wir neu anfangen zu leben.“

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Ein Beitrag von Rainer Trapp

Besinnliche Weihnachtszeit - das ist zumindest die Idee, die sicherlich die meisten von Weihnachten haben. Es ist die Vorstellung einer festlichen, wunderschönen und besinnlichen Zeit. Doch die Realität könnte nicht weiter davon entfernt sein. Denn für die meisten gestalteten sich die letzten Wochen des Jahres als ein einziger Sresstaumel bis zu dem Moment, wo auf einen Schlag alles vorbei ist.

Doch nun kurz vor Weihnachten kommen wir hoffentlich alle zur Ruhe.

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Auch in den Finanzämtern wird es jetzt besinnlich und friedlich: Zwischen Weihnachten und Neujahr bleiben Steuerpflichtige von Mahnungen, Steuerbescheiden und Haftungsbescheiden verschont.

Viele Finanzämter halten auch 2018 den schon traditionellen Weihnachtsfrieden ein: Bis zum 31.12.2018 verzichten die Finanzbeamten auf Maßnahmen, die für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler belastend sein könnten.

Dazu gehören zum Beispiel das Verschicken von Bußgeldbescheiden, Vollstreckungsmaßnahmen oder Außenprüfungen. Es gibt aber Ausnahmen hiervon. In den Augen des Finanzamtes gibt es Situationen, bei denen ein Aufschub nicht gerechtfertigt ist. So zum Beispiel, wenn eine Verjährung und ein damit verbundener Ausfall einer Zahlung droht. In solchen Fällen gibt es keinen Weihnachtsfrieden, das Finanzamt wird entsprechend Post verschicken.

Aber: der Weihnachtsfrieden ist keine gesetzliche Regelung, sondern eher eine Tradition. An dieser Tradition beteiligen sich aber nicht alle Bundesländer. In der Vergangenheit waren unter anderem die Finanzämter in Bayern, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg zwischen den Jahren "friedlich". Traditionell beginnt der Weihnachtsfrieden meist eine Woche vor Weihnachten und endet Anfang Januar.

Auch in diesem Jahr verzichten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der baden-württembergischen Finanzämter in der Zeit vom 22. Dezember 2018 bis einschließlich 1. Januar 2019 auf Vollstreckungsmaßnahmen und Außenprüfungen. Diese gute Tradition im Land trage laut Finanzministerium „zur Bürgerfreundlichkeit der Finanzverwaltung bei“.

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In diesem Sinne wünschen auch wir Ihnen ein friedvolles Weihnachtsfest. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Liebsten: Zeit zum Schenken, Zeit zum Lachen, Zeit zum Leben, zum Genießen. Entspannen Sie bei guter Musik oder einem guten Buch und gehen Sie mal wieder raus in die Natur – bei hoffentlich zauberhaft verschneiten Landschaften.

Für alle, die sich– wie ich – gerne erst kurz vor den Feiertagen nach Weihnachtsgeschenken umschauen, haben wir Ihnen noch einige Tipps für die steuerliche Akzeptanz als Betriebsausgabe Ihrer Geschenke an Geschäftsfreunde und Mitarbeiter gemacht.

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Geschenke an Geschäftspartner sind nur dann als Betriebsausgabe abzuziehen, wenn sie einen Betrag pro Jahr und Empfänger in Höhe von 35 EUR nicht überschreiten. Ob für die 35-Euro-Freigrenze die Umsatzsteuer eingerechnet werden muss, hängt davon ab, ob das schenkende Unternehmen zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Falls ja, dann zählt der Nettowarenwert, andernfalls muss die Umsatzsteuer draufgeschlagen werden.

Wichtig ist, dass die Geschenke und Empfänger in der Buchführung auf einem extra Konto verbucht werden, damit eine Zuordnung gewährleistet ist.

Es kommt aber noch etwas hinzu: Wer kennt nicht die leidige Situation, dass für bestimmte Geschenke zusätzlich auch der Fiskus mittels pauschaler Steuer „beschenkt“ wird, will man die Versteuerung beim Empfänger umgehen. Denn nichts wäre peinlicher, als wenn der Beschenkte auf die Zuwendung noch Steuern zahlen müsste.

Wichtig für diese pauschale Versteuerung ist, dass das Geschenk aus betrieblichem Anlass und zusätzlich zu einer ohnehin vereinbarten Leistung zugewendet wird.

Diese Pauschalsteuer beträgt 30% des Geschenkewerts (oder des Kaufpreises). Und der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer erhöhen diese prozentuale Steuer noch.

Dieses Verfahren gilt dann für alle Geschenke innerhalb eines Jahres.

Am besten weisen Sie Ihren Geschäftsfreund darauf hin, dass Sie das Geschenk bereits versteuert haben, damit er die Steuer nicht auch noch zahlt. Laut Einkommensteuergesetz sind Sie sogar verpflichtet, ihm dies mitzuteilen (§ 37b EStG).

Grundsätzlich gilt hierbei, dass sogenannte Streuartikel (also Geschenke, bei denen die Anschaffungskosten 10 EUR nicht übersteigt), nicht als geldwerte Vorteile oder Zuwendung gelten. Insofern scheidet auch eine pauschale Versteuerung aus.

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Sofern Sie Mitarbeitern aus einem persönlichen Anlass wie Heirat, Geburtstag oder Betriebsjubiläum ein Sachgeschenk zuwenden, wird bis zu einem Betrag i.H.v. 60 EUR (ohne Umsatzsteuer) je Arbeitnehmer keine Pauschalsteuer fällig. Überschreitet das Geschenk diesen Betrag, ist die Pauschalsteuer zu zahlen. Oder alternativ die Versteuerung bei Arbeitnehmer.

Unabhängig hiervon sind die Aufwendungen immer als Betriebsausgaben abzugsfähig; eine Freigrenze gibt es hier nicht.

Drei mögliche und wunderbare Geschenke für Ihre Mitarbeiter dürfen wir Ihnen abschließend für 2019 empfehlen:


Für alles gilt: Bevor Sie unsere Tipps umsetzen, sprechen Sie uns an, damit etwaige Fallstricke umgangen werden können.

Ein Beitrag von Rainer Trapp

Der Bundesrat hat am 23. November 2018 dem "Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (= Jahressteuergesetz 2018)" zugestimmt.

Insbesondere folgende Steueränderung ist ab 2019 aufgrund dieses Gesetzes von Unternehmern zu beachten: Nutzt ein Arbeitnehmer einen Elektro- oder Hybrid-Dienstwagen, der zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 31. Dezember 2021 gekauft wird, muss der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung nur mit 0,5 Prozent des inländischen Bruttolistenpreises lohnversteuert werden.

Grundsätzlich berechnet sich auch bei Elektrofahrzeugen (bzw. Hybridfahrzeugen) der Sachbezug aus der Gestellung eines Dienstwagens an einen Arbeitnehmer bzw. aus der Privatnutzung des Unternehmers entweder nach der


Bei der Anschaffung eines Elektrofahrzeugs oder eines extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugs als Firmenwagen muss jedoch mit einem erheblich höheren Preis als bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor gerechnet werden. Für die Ermittlung der Kosten, die auf die private Nutzung, auf die Fahrten zum Betrieb bzw. zur ersten Betriebsstätte und auf Familienheimfahrten entfallen, wurde daher eine Sonderregelung für Elektrofahrzeuge und extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge geschaffen.

Nunmehr muss zwischen 2 Anschaffungszeiträumen unterschieden werden:

1. Zeitraum: Anschaffungen vor dem 1.1.2019 und im Zeitraum zwischen 1.1.2022 bis 31.12.2022;
2. Zeitraum: Anschaffungen nach dem 31.12 2018 und vor dem 1.1.2022.

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Regelung für vor dem 1.1.2019 und im Zeitraum vom 1.1.2022 bis 31.12.2022 – bestehende Regelung

Für Anschaffungen vor dem 1.1.2019 und im Zeitraum vom 1.1.2022 bis 31.12.2022 gilt: Bei der privaten Nutzung, den Fahrten zum Betrieb bzw. der ersten Tätigkeitsstätte und Familienheimfahrten werden nicht die tatsächlichen Anschaffungskosten bzw. nicht der tatsächliche Bruttolistenpreis angesetzt. Mit der gesetzlichen Regelung in § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG soll erreicht werden, dass die Besteuerung der privaten Nutzung eines Elektro- oder Hybridelektrofahrzeugs in etwa mit dem Nutzungsanteil bei einem Verbrennungsmotor vergleichbar ist. Dieser Ausgleich ist pauschal zu ermitteln. Das heißt, der Bruttolistenpreis, der bei der 1 %-Methode zugrunde gelegt wird, ist pauschal um die Kosten für das Batteriesystem zu mindern. Dabei wird der Bruttolistenpreis für Elektro- oder Hybridelektrofahrzeuge, die bis zum 31.12.2013 angeschafft wurden, in Höhe von 500 EUR pro kWh Speicherkapazität der Batterie gemindert. Die Minderung pro Kraftfahrzeug darf allerdings 10.000 EUR nicht übersteigen (Höchstbetrag).

Bei Anschaffungen in den Jahren ab 2014 mindert sich der Wert jeweils um 50 EUR (bei Anschaffungen im Jahr 2018 beträgt die Minderung somit 500 EUR - 250 EUR = 250 EUR pro kWh Speicherkapazität). Außerdem mindert sich der Höchstbetrag von 10.000 EUR für Kraftfahrzeuge, die in den Folgejahren angeschafft werden, um jährlich 500 EUR (für Anschaffungen in 2018 beträgt der Höchstbetrag somit 10.000 EUR – 2.500 EUR = 7.500 EUR). Bei der 1 %-Regelung ist der Bruttolistenpreis auf volle Hundert Euro abzurunden. Diese Abrundung ist bei Elektrofahrzeugen und extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen erst nach Abzug des Abschlags vorzunehmen. Die nachfolgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick.

Wichtig ist dabei, dass für umsatzsteuerliche Zwecke keine Kürzung für die Aufwendungen vorzunehmen ist, die auf das Batteriesystem von Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen entfallen.

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Regelung für den Zeitraum nach dem 31.12 2018 und vor dem 1.1.2022 – gesetzliche Neuregelung

Für Anschaffungen nach dem 31.12 2018 und vor dem 1.1.2022 gilt: Die private Nutzung von Elektrofahrzeugen und Hybridfahrzeugen wurde in § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 Nr. 2 EStG neu geregelt. Bei Elektrofahrzeugen oder extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen, die nach dem 31.12.2018 und vor dem 1.1.20122 angeschafft werden, wird bei der privaten Nutzung der Listenpreis dieser Kraftfahrzeuge bei der 1%-Regelung nur zur Hälfte angesetzt. Um Elektrofahrzeuge handelt es sich dabei, wenn


Bei extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen muss das Fahrzeug die Voraussetzungen des § 3 Abs. 2 Nr. 1 oder 2 des Elektromobilitätsgesetzes erfüllen. Das bedeutet, dass diese Fahrzeuge nach der Neuregelung nur dann begünstigt sind, wenn


Alternativ zur 1 %-Methode kann mittels Fahrtenbuchmethode die private Nutzung mit den Aufwendungen angesetzt werden, die auf die Privatfahrten entfallen. Voraussetzung ist allerdings, dass


nachgewiesen werden. Bei der Ermittlung der insgesamt entstandenen Aufwendungen sind die Anschaffungskosten für das Kraftfahrzeug (Abschreibung) oder vergleichbare Aufwendungen (z. B. Leasingrate oder Miete) nur zur Hälfte zu berücksichtigen.

Bei extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen ist das Fahrzeug auch hier nur begünstigt, wenn


Für Elektrofahrzeuge und extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge, die nach dem 31.12.2018 und vor dem 1.1.2022 angeschafft werden, wird die private Nutzung somit gesetzlich reduziert. Halbiert werden nicht alle Kfz-Kosten, sondern nur die Abschreibung, der Leasingbetrag oder die Miete für das Elektrofahrzeug.

Bei der Anschaffung bis 31.12.2018 und im Jahr 2022 wird die Bemessungsgrundlage grundsätzlich nur gemindert, wenn die Kosten für das Batteriesystem im Listenpreis enthalten sind. Die Minderung unterbleibt, wenn das Batteriesystem nicht zusammen mit dem Fahrzeug angeschafft wurde. Das ist der Fall, wenn für das Batteriesystem ein zusätzliches Entgelt, z. B. in Form von Leasingraten, gezahlt wird. Die Kosten (Leasingraten), die für das Batteriesystem bezahlt werden, sind zwar als Betriebsausgaben abziehbar, werden aber ertragssteuerlich nicht in die Bemessungsgrundlage für die private Nutzung einbezogen. Im Gegensatz dazu sind diese Kosten bei der Umsatzsteuer einzubeziehen.


Das Jahressteuergesetz hat aber noch weitere Steuererleichterungen im Sinne des Umweltschutzes erlassen. Darf ein Arbeitnehmer ab 1. Januar 2019 ein Dienstfahrrad auch privat nutzen, muss er keinen geldwerten Vorteil mehr versteuern, egal wie teuer das Fahrrad ist.

Ein Beitrag von Rainer Trapp

Vorsicht! Diese gefakten E-Mails sind weiterhin unterwegs. Von einer freudigen Botschaft über eine Steuerrückerstattung kann hier nicht die Rede sein, denn diese E-Mail, welche sich als das Bundeszentralamt für Steuern ausgibt, ist nichts anderes als ein Betrugsversuch. Wir dürfen daher hier die Warnung des Bundeszentralamts für Steuern widergeben:

Erneut versuchen Betrüger, per E-Mail an Konto- und Kreditkarteninformationen von Steuerzahlern zu gelangen. Ihre Masche: Sie geben sich per E-Mail als „Bundeszentralamt für Steuern“ aus und geben vor, die betroffenen Bürger hätten Anspruch auf eine Steuerrückerstattung. Um diese zu erhalten, müsse einem Link in der E-Mail gefolgt werden, der zu einem Antragsformular im Internet führt (siehe nachfolgende Screenshots). Nach Bestätigung durch den Button „Weiter“ sollen in dem nachfolgenden Formular Angaben zur Kontoverbindung gemacht werden.

Das BZSt warnt ausdrücklich davor, auf solche oder ähnliche E-Mails zu reagieren. Steuererstattungen müssen nicht per E-Mail beantragt werden und Kontenverbindungen werden vom BZSt nie in dieser Form abgefragt. Wir bitten Sie daher dringend: Öffnen Sie nicht den Link Geben Sie keine Kontoverbindung an Löschen Sie diese E-Mails umgehend! Schutz gegen die sogenannten Phishing-Mails können Antivirenprogramme bieten, die aber stets auf aktuellem Stand gehalten werden müssen.

LÖSCHEN SIE MAILS MIT DIESEM BETREFF SOFORT, ÖFFNEN SIE DIESE AUF KEINEN FALL.

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