Weihnachtsgeschenke und die leidige Frage nach der Steuer

Geschrieben am 15. Dezember 2018

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Für alle, die sich– wie ich – gerne erst kurz vor den Feiertagen nach Weihnachtsgeschenken umschauen, haben wir Ihnen noch einige Tipps für die steuerliche Akzeptanz als Betriebsausgabe Ihrer Geschenke an Geschäftsfreunde und Mitarbeiter gemacht.

Weihnachtsgeschenke
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Geschenke an Geschäftspartner sind nur dann als Betriebsausgabe abzuziehen, wenn sie einen Betrag pro Jahr und Empfänger in Höhe von 35 EUR nicht überschreiten. Ob für die 35-Euro-Freigrenze die Umsatzsteuer eingerechnet werden muss, hängt davon ab, ob das schenkende Unternehmen zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Falls ja, dann zählt der Nettowarenwert, andernfalls muss die Umsatzsteuer draufgeschlagen werden.

Wichtig ist, dass die Geschenke und Empfänger in der Buchführung auf einem extra Konto verbucht werden, damit eine Zuordnung gewährleistet ist.

Es kommt aber noch etwas hinzu: Wer kennt nicht die leidige Situation, dass für bestimmte Geschenke zusätzlich auch der Fiskus mittels pauschaler Steuer „beschenkt“ wird, will man die Versteuerung beim Empfänger umgehen. Denn nichts wäre peinlicher, als wenn der Beschenkte auf die Zuwendung noch Steuern zahlen müsste.

Wichtig für diese pauschale Versteuerung ist, dass das Geschenk aus betrieblichem Anlass und zusätzlich zu einer ohnehin vereinbarten Leistung zugewendet wird.

Diese Pauschalsteuer beträgt 30% des Geschenkewerts (oder des Kaufpreises). Und der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer erhöhen diese prozentuale Steuer noch.

Dieses Verfahren gilt dann für alle Geschenke innerhalb eines Jahres.

Am besten weisen Sie Ihren Geschäftsfreund darauf hin, dass Sie das Geschenk bereits versteuert haben, damit er die Steuer nicht auch noch zahlt. Laut Einkommensteuergesetz sind Sie sogar verpflichtet, ihm dies mitzuteilen (§ 37b EStG).

Grundsätzlich gilt hierbei, dass sogenannte Streuartikel (also Geschenke, bei denen die Anschaffungskosten 10 EUR nicht übersteigt), nicht als geldwerte Vorteile oder Zuwendung gelten. Insofern scheidet auch eine pauschale Versteuerung aus.

Weihnachten und Geschenke
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Sofern Sie Mitarbeitern aus einem persönlichen Anlass wie Heirat, Geburtstag oder Betriebsjubiläum ein Sachgeschenk zuwenden, wird bis zu einem Betrag i.H.v. 60 EUR (ohne Umsatzsteuer) je Arbeitnehmer keine Pauschalsteuer fällig. Überschreitet das Geschenk diesen Betrag, ist die Pauschalsteuer zu zahlen. Oder alternativ die Versteuerung bei Arbeitnehmer.

Unabhängig hiervon sind die Aufwendungen immer als Betriebsausgaben abzugsfähig; eine Freigrenze gibt es hier nicht.

Drei mögliche und wunderbare Geschenke für Ihre Mitarbeiter dürfen wir Ihnen abschließend für 2019 empfehlen:

  • Lassen Sie Ihren Mitarbeitern in 2019 ein Elektrofahrzeug als Dienstfahrzeug zukommen. Neben dem Umweltgedanken führt dies auch zu einer Steuerersparnis, da die Privatnutzung für ab 2019 gekaufte Fahrzeuge nur noch mit 0,5% des inländischen Listenpreises pro Kalendermonat zu versteuern ist. (siehe hierzu auch den nachfolgenden Beitrag „Privatnutzung von Elektro- oder Hybridfahrzeugen”)
  • Sofern Sie Ihren Mitarbeitern zusätzlich zum Arbeitslohn ein Dienst(elektro)fahrrad zukommen lassen, die diese Überlassung ab 2019 steuerfrei
  • Und schließlich ist ab 2019 die zusätzlich zum Arbeitslohn Zurverfügungstellung das sogenannte „Jobtickets“ für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte steuerbefreit. Das besondere hieran ist, dass es auch steuerfrei für private Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr verwendet werden kann. Der einzige Wermutstropfen hierbei: die steuerfreien Leistungen müssen auf die Entfernungspauschale angerechnet werden.


Für alles gilt: Bevor Sie unsere Tipps umsetzen, sprechen Sie uns an, damit etwaige Fallstricke umgangen werden können.

Ein Beitrag von Rainer Trapp