Maximale Aufmerksamkeit bei den Minijobs

Geschrieben am 13. Januar 2015

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Seit dem 01.01.2015 sind bei den Minijobs einige gravierende gesetzliche Änderungen zu beachten, so dass hier erhöhte Aufmerksamkeit von den Arbeitgebern gefordert wird.

In der Sozialversicherung hatte der der Gesetzgeber zum 1.1.2013 die Verdienstgrenze für geringfügig entlohnte Beschäftigte auf monatlich 450,00 EUR angehoben. Dadurch erhöhten sich damals auch die Verdienstgrenzen für versicherungspflichtige Beschäftigungen in der Gleitzone von ehemals 400,01 EUR bis 800 EUR auf 450,01 EUR bis 850 EUR.

Für Arbeitnehmer, die vor dem 1.1.2013 zwischen 400,01 und 450,00 EUR verdient haben, bestand bis zum 31.12.2012 Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung. Durch eine Übergangsregelung bestand für diese Arbeitnehmer seit dem 1.1.2013 weiterhin ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis nach Maßgabe der bisherigen Gleitzonenregelung.

Diese Bestandsschutz- bzw. Übergangsregelungen sind nun zum 31.12.2014 entfallen und damit entfällt die Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung. Der Minijobber ist damit ab 01.01.2015 in diesen Sozialversicherungszweigen versicherungs- und beitragsfrei. Aber: Ab diesem Zeitpunkt zahlt der Arbeitgeber den Pauschalbeitrag für geringfügig Beschäftigte.

Keine Änderungen ergeben sich, wenn sich der Arbeitnehmer bereits auf Antrag von der Versicherungspflicht hat befreien lassen oder ab dem 1.1.2013 die Voraussetzungen für eine kostenfreie Familienversicherung (für die Krankenversicherung) vorlagen. In der Rentenversicherung kann sich der Minijobber auf Antrag von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Macht der Minijobber von seinem Befreiungsrecht Gebrauch, hat der Arbeitgeber den Pauschalbeitrag zu zahlen. Entscheidet sich der Minijobber weiterhin für die Rentenversicherungspflicht, hat er den Differenzbeitrag bis zum aktuellen Beitragssatz zur Rentenversicherung aufzubringen.

Wichtig: Der Wegfall der Bestandsschutz- bzw. Übergangsregelungen zum 1.1.2015 hat unter Umständen gravierende Auswirkungen, wenn weitere zeitgleich ausgeübte Beschäftigungen vorliegen.

Darüber hinaus ist nach dem Mindestlohngesetz ab 01.01.2015 eine Aufzeichnungspflicht der geleisteten Arbeitszeiten auf alle geringfügig und kurzfristig Beschäftigten (außer in Privathaushalten) ausgedehnt worden. Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit sind spätestens bis zum Ablauf des 7. auf den Tag der Arbeitsleistung folgenden Kalendertages aufzuzeichnen. Diese Aufzeichnung ist zu den Entgeltunterlagen zu nehmen und mindestens 2 Jahre aufzubewahren.

Bereits die nicht richtige, nicht vollständige oder nicht rechtzeitige Aufzeichnung oder das nicht vollständige Bereithalten der Unterlagen sind mit max. 30.000 Euro bußgeldbewehrt.

Ein Beitrag von Rainer Trapp