Weniger Pleiten und gewerbliche Gründungen

Im ersten Halbjahr 2018 ist die Zahl der Unternehmensaufgaben weiter gesunken. Trotz der rückläufigen Entwicklung bleibt der Gründungssaldo aber negativ, da zugleich der abwärts zeigende Trend bei den gewerblichen Existenzgründungen anhält, vermeldet das Institut für Mittelstandsforschung (IfM).

Das IfM Bonn berichtet, dass im ersten Halbjahr 2018 insgesamt rund 147.000 Unternehmer ihr Geschäft aufgegeben haben, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 151.000 gewesen. Allerdings wurden in derselben Spanne nur 142.300 Gewerbe als Existenzgründungen angemeldet. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2017 – damals waren es 147.400 – bedeutet dies einen Rückgang um 3,5 Prozent.

Weniger Gründungen durch gute Lage auf dem Arbeitsmarkt

Die Experten des IfM machen die Konjunktur dafür verantwortlich: Aktuell wirke sich die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt auf das Gründungsgeschehen im gewerblichen Bereich aus; da qualifizierte Erwerbstätige ausreichend freie attraktive Stellen fänden, zögen sie diese einer Eigenständigkeit mit all ihren Risiken vor.

Insgesamt ist die Zahl der Selbstständigen aller Wirtschaftszweige – ohne Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei – zwischen 2011 und 2017 um 3,8 Prozent gesunken, während die der Erwerbstätigen um 7,4 Prozent stieg. Damit liegen die Selbstständigenzahlen aber immer noch über dem Niveau von 2007. Ursächlich hierfür ist die kontinuierliche Zunahme der Selbstständigen in den Freien Berufen: Nach Berechnungen des Instituts für Freie Berufe hat sich ihre Zahl seit 1998 (646.000) mehr als verdoppelt (2018: 1.407.000).

Freiberufliche Selbstständigkeit besonders für Akademikerinnen interessant

Insbesondere Akademikerinnen wählten häufig den Weg in die freiberufliche Selbstständigkeit, da dies ihnen tendenziell eine bessere Möglichkeit als eine abhängige Beschäftigung gibt, die Erwerbstätigkeit an ihre persönliche Lebensgestaltung anzupassen, so die IfM-Präsidentin.

(IfM / STB Web)

Artikel vom: 15.10.2018

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